Aktuelles vom ASB Rettungshundezug

ASB Ortsverband Chemnitz und Umgebung e.V.

Spürnasen-Training im Schaubergwerk

In einem Stollen unterm Schneckenstein haben Vierbeiner des Rettungshundezugs Chemnitz die Suche nach einer vermissten Person geübt. Ein Szenario, bei dem die Hunde im Vogtland regelmäßig zum Einsatz kommen.

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erschienen am 07.03.2016 in der Freien Presse

Schneckenstein. Sichtlich aufgeregt läuft Border Colli-Hündin Bluna durch das Stollensystem unter dem Schneckenstein. Tief im Berg riecht alles anders als draußen, es ist dunkel und Wasser tropft. Aber es dauert nicht lange und sie hat in einem Seitenstollen Nico Reuter entdeckt und verbellt ihn. Im Ernstfall würde ihr Gebell den Helfern zeigen, wo sie den Verletzten finden.
Einen solchen Ernstfall trainierten am Samstag die Mitglieder des Rettungshundezugs Chemnitz des Arbeiter-Samariter-Bundes um ihren Chef Matthias Bock im Schaubergwerk Grube Tannenberg.
13 Mitglieder zählt die Staffel, fünf geprüfte Teams sind derzeit einsatzbereit. "Unsere Aufgabe ist es, einsatzfähige Rettungshundeteams auszubilden und mit diesen die Polizei bei der Suche nach vermissten Personen zu unterstützen. Spezialisiert sind wir dabei auf Flächensuche", erklärte Matthias Bock.
Die Ausbildung eines Rettungshundes bis zur Einsatzfähigkeit dauert ungefähr zwei Jahre. Um in Realeinsätzen mitarbeiten zu können, müssen die Hunde eine Prüfung absolvieren, die alle anderthalb Jahre wiederholt werden muss. Die Mitglieder der Chemnitzer Staffel sind ehrenamtlich tätig. "Das erfordert natürlich bei Einsätzen auch Verständnis der Arbeitgeber", machte der Staffelleiter deutlich, der selbst seit sechs Jahren dabei ist.
Im vergangenen Jahr war die Staffel sachsenweit neunmal bei der Suche nach vermissten Personen im Einsatz, darunter im September in Hammerbrücke. In diesem Jahr konnte im vogtländischen Rosenbach eine vermisste Person lebend gefunden werden.
Zweimal pro Woche trainieren die Mitglieder der Staffel mit ihren Hunden. Der Einsatz im Schaubergwerk stellt dabei für Mensch und Tier eine willkommene Abwechslung dar. "Für die Hunde ist das eine neue Erfahrung - wie reagieren sie, wenn es finster ist und wenn es im Stollen ganz anders schallt, als in der Natur", zeigte Matthias Bock auf. Auch für das zur Kultur GmbH gehörende Schaubergwerk "Grube Tannenberg sind solche Rettungsübungen Pflicht, wie deren Chef Steffen Gerisch deutlich machte.
Das Verbellen von Border Colli-Hündin Bluna hat die Rettungshundeführer Peggy Vogel, Kerstin Kirsch und Andy Markert schnell zum Fundort von Nico Reuter geführt. Der bedankt sich beim Rettungshund mit einem Leckerli. Dann geht es zurück in den dunklen Stollen, wo mit Chabrol und Loki zwei weitere Rettungshunde warten. Während sich Nico Reuter wieder in den Stollen tief unter dem Schneckenstein ein neues Versteck sucht, machte Kerstin Kirsch Shelti-Rüden Chabrol mit einem Leuchthalsband und einer Weste für die Suchaktion bereit. Loki von Andy Markert, der dritte Rettungshund im Team, muss sich noch etwas gedulden - auch er darf noch auf die Suche gehen.

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Thorald Meisel 07-MÄR-2016
 

ASB Ortsverband Chemnitz und Umgebung e.V.

Rettungshundezug Chemnitz

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Unser Rettungshundezug wurde 2005 gegründet. Aufgabe des Rettungshundezuges ist die Suche nach vermissten Personen. Die Mitarbeit im Rettungshundezug ist rein ehrenamtlich. Um für die Anforderungen im Einsatz gerüstet zu sein, ist ein regelmäßiges Training sowohl für die Hunde als auch für die Hundeführer und Helfer notwendig. Eine ständige Aus- und Weiterbildung sorgt für eine kontinuierlich gute Qualität bei der Aufgabenerfüllung.