ASB Ortsverband Chemnitz und Umgebung e.V.

Anfang des Jahres 1990 war der ASB nicht nur in Chemnitz, das noch Karl-Marx-Stadt hieß, sondern überall auf dem Territorium der ehemaligen DDR fast gänzlich unbekannt. Nicht so dem damals bereits 80jährigen Chemnitzer Hellmut Kriegel. Als 17jähriger schloss er Bekanntschaft mit der Wohlfahrtsorganisation als er 1927 als Packer in der Versandabteilung des ASB eingestellt wurde. Mit dem Verbot des ASB 1933 verlor Hellmut Kriegel dann wie viele andere seinen Arbeitsplatz, die enge Bindung aber blieb.

Erst 1975, als es Hellmut Kriegel im Rentenalter möglich wurde, seinen Pflegebruder im Westen zu besuchen, bekam er wieder Kontakt zum Arbeiter Samariter Bund. "Mein Bruder arbeitete damals als ABM-Kraft in der Fahrbereitschaft des ASB Düsseldorf." erinnert er sich. "Während meines Besuches nahm er mich mit an seine Arbeitsstelle und stellte mich als Altsamariter vor". So ergab sich dann auch seit 1976 der regelmäßige Kontakt zur Bundesgeschäftstelle in Köln und dem Bundesgeschäftsführer Herrn Müller.

Ende 1989 , als sich in der DDR viele Parteien und Vereine zu etablieren versuchten, schrieb Hellmut Kriegel an den Bundesgeschäftsführer von seinem Wunsch, in Chemnitz den ASB wieder ins Leben zu rufen. Dieser sicherte ihm seine Unterstützung zu und er ging mit dem Elan eines jungen Mannes daran, sich seinen Wunsch zu erfüllen - die größte Lokalzeitung Freie Presse veröffentlichte kostenlos eine entsprechende Information über das Vorhaben sowie seine Anschrift - das Echo darauf war überraschend und schon am 23 April 1990 war es dann soweit - der Arbeiter-Samariter-Bund Ortsverband Chemnitz und Umgebung e.V. wurde in den Räumen der ehemaligen Schnellen Medizinischen Hilfe auf der Rembrandtstraße von 28 Chemnitzer Bürgerinnen und Bürgern ins Leben gerufen. Anwesend waren auch Vertreter des Ortsverbandes Düsseldorf, der von Beginn an als Patenverband fungierte, und der Bundesgeschäftsführer Wilhelm Müller, der es sich nicht nehmen ließ, bei der Neugründung des ASB OV Chemnitz und Umgebung e.V. dabei zu sein.

Der "Arbeiter-Samariter-Bund OV Chemnitz und Umgebung e.V." mit dem Sitz in Chemnitz wurde am 05.06.1990 unter der laufenden Nummer 33 des Vereinigungsregisters des Kreisgerichtes Karl-Marx-Stadt Mitte-Nord registriert. Ab diesem Zeitpunkt war der ASB rechtsfähig, besaß aber keinerlei materielle Werte und erst recht keine Erfahrungen in der ASB-Arbeit. Bald war klar, dass ohne Geschäftsstelle und hauptamtliche Geschäftsführung der Aufbau einzelner ASB-typischer Leistungsabteilungen nicht möglich ist. Dankbar nahm der Vorstand daher das Raumangebot des zu diesem Zeitpunkt noch unter Trägerschaft der Stadt stehenden Alten- und Pflegeheimes Herderstraße 6 an. 

Mit Hilfe der Bundesgeschäftsstelle und des Ortsverbandes Düsseldorf sowie durch gewährte Fördermittel stand die notwendige Bürotechnik zur Verfügung. Ab 1. Juli 1990 konnte Udo Dietrich als hauptamtlicher Geschäftsführer bestellt werden, da der Bundesverband in Köln die Anschubfinanzierung mit zweimal 10 TDM übernahm. Die erste hauptamtliche Mitarbeiterin finanzierte das Arbeitsamt über ABM. 

Dem Samariter Hellmut Kriegel wurde das Bundesverdienstkreuz 1.Klasse im März 1998 vom Bundespräsidenten Roman Herzog verliehen, dem Samariter Klaus Schaarschmidt und dem Samariter Udo Dietrich wurden das Samariter Ehrenkreuz in Silber und in Gold verliehen.

Von 1990 bis 2004 engagierte sich Samariter Udo Dietrich für den Aufbau des ortsverbandes. Er konnte gemeinsam mit allen Leitern der Einrichtungen große Erfolge erzielen. Der ASB OV Chemnitz und Umgebung e.V. entwickelte sich zu einer der größten ASB Gliederungen in Sachsen.

Im Jahr 2004 wurde Udo Dietrich als Geschäftsführer verabschiedet und hat das Amt an Samariterin Christine Rummer (Enderlein) übergeben. Seit dieses Zeit arbeitet sie gemeinsam mit dem Vorstand, unter Leitung des Vorsitzenden Samariter Manfred Barthold, an der weiteren erfolgreichen Entwicklung des Verbandes.