ASB Wohnpflegeheim für körperlich schwerstbehinderte Menschen

20 Jahre ASB Wohnpflegeheim: Ein Haus voller Geschichten

Als sich der damals 17-jährige René Krönert im Jahr 1991 mit einem Brief an die Stadt Chemnitz wandt, hätte er wohl nicht geglaubt, welch großen Ball er damit ins Rollen bringt. Sein Wunsch: Eine Wohnmöglichkeit für junge Menschen mit schwerem Handicap, in der sie selbstbestimmt leben können, ohne von ihren Angehörigen abhängig zu sein. Krönert litt selbst seit frühestem Kindesalter an einer schweren Muskelkrankheit, war auf einen Elektrorollstuhl angewiesen. Acht Jahre später sollte sein Wunsch in Erfüllung gehen.

Im Mai 1999 wurde das ASB Wohnzentrum für körperlich schwerstbehinderte Menschen an der Rembrandtstraße eröffnet. Nun feiert die Einrichtung ihr 20-jähriges Bestehen.

Im ASB Wohnzentrum wird jungen, schwerstbehinderten Menschen ein Leben in den eigenen vier Wänden, jedoch mit Betreuung, ermöglicht. In vier Wohngruppen mit Küche und Wohnbereich leben aktuell insgesamt 32 Bewohner. Die rund 40 Mitarbeiter unterstützen sie im Alltag und fördern sie im Rahmen gemeinsamer Projekte. In einem gemeinsam genutzten Hobbyraum können sich die Bewohner bei Holz- und Keramikarbeiten kreativ betätigen. Bei einem jährlich stattfindenden Weihnachtsmarkt am Freitag vor dem ersten Advent werden die Kunstwerke, darunter Vogelhäuschen und Insektenhotels, an den Mann gebracht. „Viele Besucher kaufen ihre Weihnachtsgeschenke bewusst bei uns“, sagt Mica Kempe, Leiterin der Kunstwerkstatt der Einrichtung.

Die Möglichkeiten der Bewohner, ihre Talente trotz körperlicher Einschränkungen einzusetzen, sind zahlreich. Erst im Februar standen einige Bewohner im Rahmen des barrierefreien Theaterprojektes „Marco Polo“ auf der Bühne des Opernhauses. In einem Nutzgarten im Innenhof der Einrichtung werden Obst, Gemüse und Kräuter angebaut. Diese werden nach der Ernte gemeinsam in den Küchen verarbeitet. Bald soll das Außengelände zu einer noch schöneren Oase für Bewohner und Besucher werden: Geplant ist ein Wasserspiel, das durch Spenden finanziert werden soll. Im Juli hat der Bau begonnen.

Dem Wasserspiel kommt in diesem Jahr der Erlöß der sogenannten Rolli-Tour zugute. Diese Art Wandertag ist als Sponsorenlauf eine feste Größe im Veranstaltungskalender des Wohnzentrums und wird bereits seit 18 Jahren organisiert. Insgesamt 20 Kilometer legen die Bewohner zurück. So ging es bereits in den Botanischen Garten, verschiedene Sportstätten oder in den Wald. Zahlreiche Firmen und Privatpersonen spenden je einen Euro pro zurückgelegtem Kilometer. In diesem Jahr ging es im Juni in den Interkulturellen Garten „Bunte Erde“ auf dem Kaßberg.

Es gibt noch viele weitere Projektideen, wie Mica Kempe sagt. „Doch die personelle Situation schränkt uns da manchmal ein.“ Seit dem Wegfall des Zivildienstes werde dies besonders deutlich, so Kempe, die vor Beginn ihrer Beschäftigung vor zehn Jahren bereits als Ehrenamtliche im ASB Wohnzentrum tätig war. Seitdem habe sich viel geändert – immer wieder werden Wohnungen umgebaut, um sie an die sich ändernden Bedürfnisse ihrer Bewohner anzupassen. „Das Wohnzentrum ist ein Haus voller Geschichten“, so Kempe.

Die große Feier zum 20. Geburtstag des Hauses fand am 10. Mai statt. Um die 120 Besucher, darunter Angehörige und Freunde, feierten mit den Bewohnern. Ein Highlight des kulturellen Programmes an diesem Nachmittag war der Auftritt von Arba Manillah und seine Band Kukaye Moto. Gemeinsam mit dem Bewohnern wurde getrommelt und ein Stück Afrika in die Rembrandtstraße geholt. Ballons mit den Wünschen der Bewohner wurden in den Himmel steigen gelassen. So, wie auch René Krönert vor 28 Jahren seinen Wunsch auf Papier brachte. Zehn Jahre lebte er im Wohnzentrum. Im August 2009 verstarb er. Eine Gedenkstele vor seiner letzten Heimat erinnert nun an ihn.

Janine Pohland

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Martina Schneider

Einrichtungsleiterin

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ASB Wohnzentrum/ Wohnpflegeheim für körperlich schwerstbehinderte Menschen

Rembrandtstraße 15
09111 Chemnitz