ASB Ortsverband Chemnitz und Umgebung e.V.

Wie Samariter aus ganz Deutschland gemeinsam den Ernstfall proben.

Wozu Samariter und Samariterinnen in der Lage sind, wenn sie zusammenarbeiten, zeigte sich eindrucksvoll am vergangenen Wochenende am Strömthaler See in Leipzig. Zur größten Übung der Geschichte des ASB reisten rund 500 ehrenamtliche und hauptamtliche Samariter aus dem gesamten Bundesgebiet an. Auch der ASB Ortverband Chemnitz und Umgebung e.V. war am 22.09.2018 mit seinem Logistik- und Transportzug dabei.

In dem Szenario galt es, Verletzte aus einem havarierten Schiff zu bergen. Für diese Aufgabe war es entscheidend, dass die unterschiedlichen Einheiten eng zusammenarbeiten und sich genau abstimmen. Nachdem der Einsatzleiter Jürgen Schreiber den Einsatzbefehl durch ASB-Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch erhalten hatte, brachten sich alle Einheiten in Stellung und warteten auf Anweisungen.

Die ASB-Drohnenstaffel sondierte die Lage aus der Luft und gab die so gewonnenen Informationen an die Einsatzleitung weiter. Rettungshunde und Motorradstaffeln wurden losgeschickt, um vermisste Personen am Ufer aufzuspüren. Durch diese technische und tierische Unterstützung gelang es, die teilweise weit verstreuten Verletzten zu finden und zu versorgen. Eine wichtige Rolle spielte hierbei die Wasserrettung, die mit Tauchern unter der Wasseroberfläche nach Verletzten suchte. „Alle Verletzten wurden geborgen und jede Einheit konnte ihre Stärken gezielt einbringen“, resümierte Michael Schnatz, Referatsleiter Bevölkerungsschutz im ASB-Bundesverband.

Anschließend kamen die Verletzten in die Triage, wo sie entsprechend der Schwere ihrer Verletzung in verschiedene Kategorien eingeteilt wurden. Diese schwierige Aufgabe übernahmen die Einsatzkräfte aus dem Rettungsdienst. Insbesondere in hektischen Situationen ist es eine große Herausforderung, derart weitreichende Entscheidungen zu treffen. Hier zeigte sich erneut, wie wichtig die aus der haupt- und ehrenamtlichen Praxis gewonnene Erfahrung ist. Durch ihre gute Ausbildung und die im Alltag entwickelte Routine konnten die Einsatzkräfte die Lage richtig einschätzen und die Patienten auch unter Zeitdruck richtig einteilen.

Vom Behandlungsplatz wurden die Verletzten in die Helios-Klinik nach Leipzig gebracht. Hier wurden die Patienten versorgt und bis zum Ende der Übung stationiert. Die Mediziner waren sichtlich beeindruckt von den Leistungen der Teams für realistische Unfalldarstellung, die die Verletztendarsteller geschminkt haben. Die detailgetreue Umsetzung von Verletzungen bildete für die Samariter und Samariterinnen aus dem Rettungsdienst die Grundlage, auf der sie über erste Hilfsmaßnahmen und den medizinischen Transport entschieden haben.

Die Ergebnisse der Übung werden den ASB noch länger beschäftigen. In den kommenden Wochen wird evaluiert, wie sich Abläufe verbessern lassen und wo Potenzial für eine noch effektivere Zusammenarbeit besteht. Die Übung hat gezeigt, wie wichtig die regelmäßige Vernetzung für die bundesweite Zusammenarbeit aller Samariter und Samariterinnen ist. Die ASB-Bundesübung 2018 wird sicher nicht die letzte gewesen sein.